|
 |
|
| |
|
 |
| Kurs |
Vortag |
Veränderung |
Datum/Zeit |
| - |
- |
0 |
0 % |
/ |
| |
| ISIN |
WKN |
Jahreshoch |
Jahrestief |
|
|
- |
- |
| |
|
|
| |
|
|
| |
GILDEMEISTER kaufen 15.12.2008
SRH AlsterResearch
Hamburg (aktiencheck.de AG) - Claudius Schmidt, Analyst von SRH AlsterResearch, stuft im Rahmen seiner Ersteinschätzung die Aktie von GILDEMEISTER (ISIN DE0005878003 / WKN 587800) mit dem Rating "kaufen" ein.
Die Finanzkrise bezeichne GILDEMEISTER als dramatisch und halte die Folgen für noch nicht absehbar. Der Verband Deutscher Werkzeugmaschinenbauer (VDW) rechne gemäß einer im Dezember veröffentlichten Prognose 2009 mit einem Rückgang der deutschen Produktion um 15%. Noch im Oktober seien die Schätzungen etwas zuversichtlicher ausgefallen. In der Regel verlaufe das Werkzeugmaschinengeschäft mit einer zeitlichen Verzögerung von neun Monaten zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung.
Bislang sei GILDEMEISTER noch nicht stark betroffen und zeige sich auch mit dem im dritten Quartal auf den Fachmessen AMB in Stuttgart und IMTS in Chicago erzielten Auftragsvolumen zufrieden. Den bedeutendsten Umsatzzuwachs habe der Konzern 2008 aber nicht im Segment Werkzeugmaschinen, sondern auch wegen des SunCarriers bei den Services verbucht. Traditionell biete GILDEMEISTER in diesem Segment Service-Pakete über die gesamte Lebensdauer der Werkzeugmaschinen sowie Einstellgeräte, Zubehör und Ersatzteile an.
Das heutige Geschäftsmodell des Gildemeisterkonzerns scheine für einen Maschinenbau-Konzern relativ robust zu sein, gleichwohl sei es immer noch zyklisch. Bilanziell stehe GILDEMEISTER wesentlich stärker da als zu Beginn der Rezession 2002. Das Eigenkapital habe sich im Jahresverlauf 2008 nochmals um 64 Mio. Euro erhöht, die Eigenkapitalquote sei bei rund 28% stabil geblieben. Das Anlagevermögen sei zu etwa 110% mit Eigenkapital unterlegt. Die Finanzverbindlichkeiten von zuletzt 330 Mio. Euro hätten in den vergangenen Jahren einen verhältnismäßig hohen Zinsaufwand von jährlich etwa 30 Mio. Euro erfordert. Mitte Juli sei eine Hochzinsanleihe durch ein Schuldscheindarlehen über 200 Mio. Euro abgelöst worden. Die Nettoverbindlichkeiten seien zum 30. September auf 245 Mio. Euro angestiegen.
Wegen der qualitativ guten japanischen Konkurrenz spiele die Euro/Yen-Relation für die Berechnung der Rentabilität eine große Rolle. Deutschland sei nach China und Japan auch der wichtigste Markt für Werkzeugmaschinen. Die deutsche Nachfrage werde zu über 50% aus eigener Produktion bedient. Importierte Werkzeugmaschinen würden hauptsächlich aus der Schweiz, Japan und Italien kommen. Die deutsche Werkzeugmaschinenproduktion habe 2007 einen Wert von 11,7 Mrd. Euro erreicht. GILDEMEISTER verfüge über Produktionsstätten in Deutschland, Italien, Polen und China, hinzu würden Vertriebsgesellschaften an 73 Standorten in 35 Ländern kommen. Hauptabsatzgebiete von GILDEMEISTER würden nach wie vor Deutschland und Europa bilden. Das für 2007 vermeldete Auftragsvolumen von 1,86 Mrd. Euro stamme zu 45% aus Deutschland, 39% aus dem übrigen Europa, 11% aus Asien und 5% aus Amerika.
2008 werde GILDEMEISTER etwa 1,85 Mrd. Euro umsetzen und einen Reingewinn von 80 Mio. Euro erzielen mehr als jemals in seiner Geschichte. Langfristig strebe GILDEMEISTER die im Bereich Services regelmäßig überbotene EBIT-Marge von 10% auch für den etablierten Bereich Werkzeugmaschinen an. Das wäre nach Angaben der Analysten das Anderthalbfache der jetzigen (Q1 bis Q3 2008: 6,6%) und scheine unrealistisch. Doch würden der hohe Auftragseingang, der gegenüber dem guten Vorjahr noch einmal um 4% habe zulegen können, und der um 20% auf 774 Mio. Euro gestiegene Auftragsbestand für eine mindestens bis in das zweite Quartal 2009 weiterhin hohe Auslastung und stabile Margen sprechen. Personal- und Materialaufwand sollten nach Meinung der Analysten 2009 und 2010 zurückgehen. Derzeit beschäftige das Unternehmen 725 Zeitarbeiter, so dass flexibel auf einen Auftragsschwund reagiert werden könne.
Im Traditionsgeschäft Werkzeugmaschinen rechnen die Analysten für 2009 mit einem Rückgang des Umsatzes gegenüber dem Rekordjahr um etwa 7% auf 1.010 Mio. Euro und für 2010 mit einem weiteren Schrumpfen um 10% auf 909 Mio. Euro. Anders sei die Wachstumsperspektive beim margenträchtigen Bereich Services, wo die innovativen Trägersysteme für Solarmodule angesiedelt seien. Hier würden mit stark steigernder Tendenz aktuell rund 60% des Konzern-EBIT generiert, in den beiden Vorjahren seien es etwa 53% gewesen. Die Umsatzbeiträge dieses Segments schätze man relativ stabil auf dem gegenüber 2007 um etwa 60% erhöhten Niveau ein. Man erwarte 730 Mio. Euro im nächsten Jahr und 705 Mio. Euro 2010. GILDEMEISTER werde diese Krise aber nach Meinung der Analysten wegen des besseren Produktmix und der vergleichsweise starken Bilanz besser meistern als die letzten Rezessionen. Wenn der Markt von der Angebotsseite her bereinigt werde, sollte das dem deutschen Platzhirsch nach Meinung der Analysten eher nützen.
2009 erwarte man einen Ergebnisrückgang auf 1,23 je Aktie. Auch 2010 rechne man mit schwarzen Zahlen und einem Ergebnis je Aktie auf 0,75. Derzeit werde GILDEMEISTER nur mit 1/7 des Umsatzes bewertet.
Einerseits gehe man davon aus, dass sich die Bewertungsniveaus mit gegenwärtig extrem niedrigen Multiplikatoren wieder erholen würden. Aktuell ermittle man 3,1 als 2008er-KGV, das 2009er-KGV mit 4,6. Das Aufwärtspotenzial des Aktienkurses sei dadurch begrenzt, dass sich das Rekordergebnis von 2008 in den Folgejahren nach Meinung der Analysten nicht wiederholen dürfte. Insgesamt sehe man ein Kursziel von 8,60 Euro als fundamental angemessen an. Auf Basis der Schätzungen würde dies einem KGV 2009 von 7 entsprechen.
Die Analysten von SRH AlsterResearch empfehlen, die Aktien von GILDEMEISTER zu kaufen. (Analyse vom 15.12.2008) (15.12.2008/ac/a/d)
|
 |
|
|
 |
|
|
| |
|